Vogelmiere – Ein dezenter Einstieg in die Welt der Bitterstoffe

Vogelmiere (Stellaria media)

Über Wiesen und Felder streunen, Wildkräuter sammeln, dem Gezwitscher der Vögel lauschen oder mich von der warmen Luft des Windes streicheln lassen. Dinge, die meinem hitzigen Temperament gut tun. Denn schon in der Charaka Saṃhitā (literarisches Kernstück der traditionellen indischen Heilkunst – Ayurveda) steht beschrieben, dass Pitta Persönlichkeiten in den Gärten Edens sich von der lauen Brise ihre Gemüter beruhigen lassen sollten.

Meine Kinder begleiten mich von klein auf bei diesen Streifzügen. Es gibt die Vögelmiere im Smoothie, in Säften, als Salat, auf Butterbrot oder pur. „Mama, da wächst Vogel.“ liess uns oft in schallendes Gelächter ausbrechen, wenn keiner wusste, was meine Mittlere damit meinte.

Schon der Name weist darauf hin, dass Vogelmiere bei Vögeln ebenso beliebt ist wie bei gesundheitsbewussten Menschen.

Als graziles Nelkengewächs kann man die Vogelmiere fast das ganze Jahr über ernten. Am besten geniesst man die Vogelmiere roh und frisch.

Sie wächst in Gewächshäusern, um den Kompost, in der Nähe von Zäunen oder brach liegenden Feldern.

Die Vogelmiere ist bei vielen Gärtnern sehr unbeliebt. Aber anstatt sie auszurotten, sollte man sie jedoch als kostbares Nahrungsmittel und nützliche Heilpflanze verwenden.

 

Heilwirkung aus ayurvedischer Sicht

Vogelmiere ist ein Alleskönner. Durch den hohen Gehalt an Saponinen wirkt sie schleimlösend und verdauungsfördernd.

Das heisst, durch die schleimlösende Komponente verringert sie Kapha und durch die verdauungsfördernde Komponente stärkt sie Agni (Verdauungskraft).

 

Auch wenn unsere Wildkräuter auf ihre Wirksamkeit aus ayurvedischer Heilkunde noch kaum untersucht wurden, kann man dennoch Rückschlüsse ziehen aus der heimischen Heilkunde unter anderem durch Hildegard von Bingen. Ihre Leistung bestand vor allem darin, dass sie damaliges Wissen über Krankheiten und Pflanzen aus der griechisch-lateinischen Tradition mit dem der Volksmedizin kombinierte. 

 

 

Die enthaltenen Bitterstoffe und die adstringierende Wirkung verringern sowohl auf Kapha als auch auf Pitta.

Vogelmiere wirkt unterstützend bei Gelenkentzündungen, Rheuma, Gicht, Husten, Bronchitis, Lungenleiden, Frühjahrsmüdigkeit, Blähungen, Verstopfung, Hämorrhoiden, Nierenschwäche, Menstruationsfördernd, Milchbildungsfördernd, Augenentzündung, Ekzemen, Schuppenflechte (Psoriasis).

 

 

Inhaltsstoffe

Die Vogelmiere weist ebenso viele wertvolle Inhaltsstoffe auf, wie andere Wildkräuter. Unter anderem Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Schleim, Zink und ätherische Öle.

Obwohl sie nur wenig Bitterstoffe enthält, ist sie durch ihre harntreibende und Verdauungsanregende Wirkung ein Muss bei jeder Frühjahrskur. Sie schenkt neue Lebenskraft und hilft bei vielerlei Mangelerscheinungen.

Vogelmiere enthält pflanzliches Eiweiß, Eisen, Kalium, Vitamin C, Vitamin A und Kieselsäure.

 

 

Vogelmiere im Salat

Wenn Du Deine Kinder an Wildkräuter heranführen möchtest, dann nimm sie mit in unsere wunderbare Natur, führe sie über Wiesen und durch Wälder. Entdecke Trollhöhlen, Feenhügel und das Wunderkraut, welches magische Zauberkräfte frei setzt.

http://youtu.be/NcoiD8_rAJM

 

Neun-Kräutersuppe

Die Neun-Kräutersuppe blickt auf eine lange Tradition zurück. Um die Tag- und Nachtgleiche wurde der Frühling, schon vor Jesus Christus mit Ritualen, Tänzen und speziellen Speisen begrüßt. Neben dem Entzünden des Osterfeuers, der Verehrung der Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin“Ostara“ gab es klassischerweise die Neun-Kräutersuppe.

1 Liter Gemüsebrühe 

2 Zwiebeln

1 EL Ghee

1 TL Steinsalz & ¼ TL Pippali

¼ TL Kurkuma & ½ TL Kreuzkümmel

1 Scheibe frischer Ingwer

1 EL Dinkelmehl/ Sojasahne

 

2-3 Tassen frische Neun-Kräuter (Vogelmiere, Giersch, Löwenzahn, Brennnessel, Rauke, Bärlauch, Sauerampfer, Wegerich, Kresse und Salbei)

Ghee in einem Topf zerlaufen lassen. Gehackte Zwiebeln, klein geschnittenen Ingwer und zerstossenen Kreuzkümmel kurz anrösten. Mehl kurz mit anschwitzen und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Restliche Gewürze hinzugeben. Die Suppe 5 min. köcheln lassen. 

Die Kräuter waschen, abtropfen lassen und fein schneiden und dazu geben.

Mit Gänseblümchen und Sojasahne servieren.

 

Smoothie

2 Orangen

1 Scheibe BIO-Orange mit Schale

2 süße Äpfel

1 Handvoll Vogelmiere

 Scheibe Ingwer

1 Prise Zimt

1 Prise Salz

Quellwasser

Orangen, Äpfel und Vogelmiere waschen und in den Mixer geben. Gewürze und Wasser hinzufügen und genießen.

Frühling, eine der schönsten Jahreszeiten. Wem gesunde und vitalstoffreiche Ernährung im Einklang mit der Natur wichtig ist, der sollte sich eine Kräuterfachfrau in seinem Heimatort suchen und Wildkräuter mehr und mehr in seinen täglichen Speiseplan integrieren. Auch aus ayurvedischer Sicht eine absolute Bereicherung.

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